Folgen

Für Umwelt und Gesundheit können vor allem die in Farben und Lacken enthaltenen Lösungsmittel und Biozide eine Gefahr darstellen. Die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) im Lösungsmittel verdampfen beim Streichen oder Sprayen und werden teilweise über die Atemwege aufgenommen. Sie können zu Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Orientierungsstörungen führen und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Viele Stoffe sind auch für ungeborene Kinder gefährlich und sollten keinesfalls während Schwangerschaften verwendet werden.

Lösungsmittel mit gravierenden Auswirkungen

Setzt man sich häufig dem Kontakt mit VOC aus, können längerfristige Schäden der Nerven, Niere und Leber auftreten. Dazu kommt eine weniger bekannte Nebenwirkung von Lösungsmitteln, die sogenannte Ototoxizität. Darunter versteht man eine zerstörerische Wirkung auf das Innenohr. Verdampfte Lösungsmittel dringen von aussen gegen das Innenohr, beschädigen das Gleichgewichtsorgan sowie möglicherweise die Nerven, die vom Ohr zum Hirn verlaufen.

Aber auch für die Umwelt sind VOC ein Problem. In der Luft reagieren sie unter Einwirkung von Sonnenlicht mit Stickstoff-Verbindungen und bilden bodennahes Ozon, das man auch als Sommersmog kennt. Dieses Ozon kann beim Menschen zur Reizung von Atemwegen und Schleimhäuten führen sowie Kopfschmerzen und Husten auslösen. Und nicht nur wir, sondern auch Pflanzen nehmen Schaden. Ihr Stoffwechsel wird gestört und das Wachstum behindert. Das betrifft insbesondere Laubbäume und Sträucher, aber auch zahlreiche Kulturpflanzen.

Materialschutz um jeden Preis?

Auch Biozide, die zum Schutz von Gebäuden, Möbeln und Gartenzubehör zum Einsatz kommen, werden nach der Anwendung konstant an die Umwelt, aber auch an den Menschen abgegeben, zum Beispiel über Hautkontakt. Viele von ihnen stehen im Verdacht, krebserregend, lebertoxisch und nervenschädigend zu wirken. Mit der Zeit werden die Biozide in Fassadenputz und -farben zudem vom Regen ausgewaschen und gelangen in Böden und Gewässer. Gerade für kleinere Wasserlebewesen werden sie bereits in geringen Mengen sehr gefährlich. Es lohnt sich deshalb, auf biozidhaltige Farben und Lacke zu verzichten und Schädlinge mit sauberen Methoden in Schach zu halten.