Folgen

Pestizide sollen zwar Unkraut oder Schädlinge vernichten, giftig sind sie aber auch für uns. Das gilt auch für Kinder oder Haustiere, die viel Zeit im Garten verbringen. Regelmässiger direkter Kontakt mit den Chemikalien kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Viele der häufig verwendeten Produkte stehen im Verdacht, für Anwender krebserregend zu sein, die Erbsubstanz zu verändern, zu verminderter Fruchtbarkeit zu führen oder Organe und Nerven zu schädigen.
Die regelmässige Anwendung von Pestiziden wird beispielsweise mit einem erhöhten Risiko für die Nervenkrankheit Morbus Parkinson in Verbindung gebracht. Eine auffällig hohe Zahl an Erkrankten lebt in landwirtschaftlichen Gebieten. In Frankreich ist Parkinson bei Bauern, die mit Pestiziden arbeiten, bereits als Berufskrankheit anerkannt.

Pestizide unterscheiden nicht zwischen Freund und Feind

Nicht nur die Gesundheit der Menschen leidet, auch unzählige Tiere und Pflanzen werden ungewollt zu Opfern von Pestiziden. Dazu gehören viele gerngesehene Arten. Das ist nicht nur schade, sondern schwächt auch die natürliche Abwehr des Gartens.
Insbesondere empfindliche Pflanzen, Bienen und andere Bestäuber, Käfer wie auch wichtige Bodenorganismen können durch Pestizide geschwächt oder getötet werden. Der damit verbundene Rückgang der Biodiversität macht die Pflanzen anfälliger für Krankheiten. Da viele Nützlinge getötet werden, können sich Schädlinge besser ausbreiten, was mehr Pestizide notwendig macht - ein Teufelskreis mit Folgen.

Gewässer in Gefahr

In Gewässern richten Pestizide besonders grosse Schäden an. Dabei reichen je nach Wirkstoff schon sehr geringe Konzentrationen. Wenige Milliliter eines handelsüblichen Insektizids in einem Bach genügen, um Kleinstlebewesen auf mehreren Kilometern abzutöten. Und nicht nur die Kleinsten sind betroffen, das ganze Ökosystem wird gestört. Deshalb sind Pestizide auch mitverantwortlich für den Rückgang der Fische in Schweizer Gewässern.

Vom Grundwasser ins Wasserglas?

Auch im Trinkwasser werden Pestizide zum Thema. Das Schweizer Trinkwasser stammt zu rund 80 Prozent aus dem Grundwasser. Heute lassen sich in mehr als der Hälfte der Grundwasser-Messstellen in der Schweiz Rückstände und Abbauprodukte von Pestiziden nachweisen. Einige der Stoffe sind als gesundheitsschädigend bekannt und viele sind persistent. Sie werden in der Umwelt nicht oder nur sehr langsam abgebaut. Sie gelangen in den Boden, ins Wasser und dadurch auch in unseren Körper, können sich anreichern und auf unbestimmt lange Zeit verbleiben – mit unbekannten Folgen. Am besten ist deshalb, wenn diese Stoffe gar nicht erst in die Umwelt gelangen.