Folgen

Putz- und Waschmittel sind natürlich unverzichtbare Helfer im Haushalt. Einige Produkte enthalten aber Inhaltsstoffe, die für unsere Gesundheit und die Umwelt eine Gefahr darstellen. Sie sind deshalb möglichst zu vermeiden.
Eine 2018 veröffentlichte Studie an Frauen hat untersucht, wie die regelmässige Verwendung von Putzmitteln die Gesundheit beeinflusst. Dabei wurde Erstaunliches festgestellt: Frauen, die mindestens einmal wöchentlich mit Reinigungsmitteln oder -sprays putzen, haben eine deutlich eingeschränkte Lungenfunktion. Der Schaden ist gleich hoch, wie wenn man 20 Jahre lang täglich eine Packung Zigaretten raucht.

Zu diesen und weiteren negativen Einflüssen auf Mensch und Umwelt tragen verschiedene Inhaltsstoffe bei:

Biozide

Biozide reizen die Haut und Schleimhäute und können Atemprobleme und heftige Allergien auslösen. Durch häufige Anwendung führen sie ausserdem zu Resistenzen in Erregern. Das bringt längerfristig ernste Probleme im Gesundheitswesen mit sich. Einige Biozide stellen zudem eine Gefahr für die Mikroorganismen dar, die das Abwasser in den Kläranlagen reinigen. Indem sie diese teilweise abtöten, verschlechtern sie den Säuberungsprozess. Dadurch werden bedenkliche Stoffe schlechter abgebaut und gelangen in die Umwelt. Im Boden und in Gewässern sind Biozide giftig für Kleinlebewesen. Ihre schwer abbaubaren Rückstände reichern sich ausserdem mit der Zeit in der Umwelt an. 

Tenside

Tenside werden von Kläranlagen nur unvollständig entfernt und gelangen deshalb in Seen und Flüsse. Gerade dort können sie grossen Schaden anrichten, denn für Wasserorganismen können Tenside schon in kleinen Konzentrationen sehr giftig sein.

Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe

Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe gelangen als Mikroverunreinigungen in Gewässer, wo sie sich mit der Zeit anreichern. Solche Mikroverunreinigungen kann man nicht nur im Boden und in Gewässern nachweisen, sondern auch in Tieren und sogar in uns Menschen. Welche Konsequenzen diese Anreicherungen haben, ist noch unklar. Duftstoffe können ausserdem heftige Kontaktallergien auslösen und die Atemwege reizen. Bei einigen besteht zudem der Verdacht, dass sie der Gesundheit schaden. Synthetische Moschusverbindungen sind beispielsweise nicht nur giftig für Wasserorganismen, sondern wahrscheinlich auch für uns Menschen. Man vermutet eine nervenschädigende, hormonverändernde und krebserregende Wirkung.

Verbot von Phosphat in Textilwaschmitteln

Phosphat wirkt als Wasserenthärter und war früher vielen Textilwaschmitteln beigemischt. In den Gewässern wurde es aber immer mehr zum Problem. Phosphat wirkt nämlich als Düngemittel und führt in Gewässern zu einem explosionsartigen Wachstumsschub der Algen, auch ‘Algenblüte’ genannt. Diese behindert die Aufbereitung von Trinkwasser. Wenn grosse Algenbestände gleichzeitig absterben und sinken, kann der Zersetzungsprozess zu einem grossflächigen Sauerstoffmangel führen, welcher Fische und andere Wasserbewohner bedroht. Als Vorreiter in Europa hat die Schweiz deshalb Phosphat in Textilwaschmitteln 1986 verboten.
Bei den Geschirrspülmitteln soll es ebenfalls in diese Richtung gehen. In der EU steht ein Phosphatverbot für Geschirrspülmittel seit 2017 fest und wird nun umgesetzt. Die Schweiz will sich am selben Vorgehen und Zeitplan orientieren.
Dieses Beispiel zeigt, wie sehr der Verzicht auf schädliche Inhaltsstoffe negative Auswirkungen verhindern kann. Viele der heutigen Umweltprobleme lassen sich zwar nicht auf eine einzelne Substanz zurückführen und so einfach beseitigen. Dennoch ist es sinnvoll, die Notwendigkeit schädlicher Stoffe infrage zu stellen und Alternativen zu prüfen.